Wismar Sehenswürdigkeiten zu Fuß: der größte Marktplatz Norddeutschlands, die Wasserkunst, drei mächtige Backsteinkirchen, Alter Hafen und Wassertor. Top-10-Liste und Rundgang durch die Welterbe-Altstadt.

Es gibt Städte, die man sich erarbeiten muss. Und es gibt Wismar. Kaum bist du durch die Gassen der Altstadt gelaufen, verstehst du, warum die UNESCO diesen Ort 2002 zum Welterbe erklärt hat: Wismar ist die einzige Hansestadt dieser Größe, die im südlichen Ostseeraum so vollständig erhalten geblieben ist. Straßenverlauf, Plätze und Grundstücksgrenzen, das mittelalterliche Stadtbild steht noch fast unverändert.
Das Beste daran: Du brauchst kein Auto und keinen Plan. Die Altstadt ist kompakt, und fast alles liegt in Gehweite.
100 mal 100 Meter, exakt ein Hektar: der größte Marktplatz Norddeutschlands, umrahmt von Giebelhäusern aus Gotik, Klassizismus und Backstein. Die Wasserkunst (1595 bis 1602) im Stil der niederländischen Renaissance ist Wismars Wahrzeichen und versorgte die Stadt bis 1897 mit Trinkwasser.
Das älteste Bürgerhaus am Markt, ein gotischer Giebelbau aus dem 14. Jahrhundert. Der Name erinnert an die fast 200 Jahre, in denen Wismar zu Schweden gehörte.
Die Kirche der Seefahrer und Fischer, mit rund 37 Metern Gewölbehöhe im Mittelschiff einer der höchsten Kirchenräume Europas.
Die größte der drei Backsteinkirchen, im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört und über Jahrzehnte wieder aufgebaut. Vom Turm siehst du die komplette Altstadt, den Hafen und bei klarem Wetter bis zur Insel Poel.
Von St. Marien blieb nur der 80 Meter hohe Turm, der Rest wurde 1960 gesprengt. Das Glockenspiel erklingt täglich um 12, 17 und 19 Uhr.
Fischkutter, Fischbrötchen und der Nachbau der Hansekogge „Wissemara“. Mehr dazu in unserem Guide Alter Hafen Wismar.
Um 1450 erbaut und das letzte erhaltene von ursprünglich fünf Stadttoren, der Durchgang zwischen Altstadt und Hafen.
Das Renaissanceschloss der mecklenburgischen Herzöge wirkt mit seinen Terrakottafriesen zwischen all dem Backstein wie ein italienischer Gast.
Das Besucherzentrum in der Lübschen Straße erklärt, warum Wismar Welterbe ist, mit dem restaurierten Tapetensaal als Höhepunkt. Eintritt frei.
Das Stadtgeschichtliche Museum im Renaissancehaus des Bürgermeisters Hinrich Schabbell, ein guter Regentag-Tipp.
Starte dort, wo Wismar seit 800 Jahren schlägt: auf dem Markt. Statt einer geschlossenen Fassadenreihe umrahmen ihn Giebelhäuser aus ganz unterschiedlichen Epochen. Beginne mit einer Runde entlang der Platzkanten, betrachte die Wasserkunst aus mehreren Richtungen und nimm dir hier ruhig eine halbe Stunde Zeit.
Wismars Silhouette wird von gewaltigen Backsteinkathedralen des 13. und 14. Jahrhunderts bestimmt. Jede erzählt etwas anderes: St. Georgen den Wiederaufbau, St. Nikolai die Seefahrt, der Marienturm die Zerstörung. Ob Innenräume, Führungen oder Turmaufstiege am Besuchstag zugänglich sind, erfährst du am besten direkt bei der jeweiligen Gemeinde.
Wer nur Markt und Kirchen abhakt, verpasst die Hälfte. Die Grube, der älteste künstliche Wasserlauf Deutschlands, zieht sich mitten durch die Altstadt; an der Frischen Grube lässt es sich entlangbummeln, als hätte jemand vergessen, die letzten 300 Jahre einzubauen. Das Alte Zeughaus und die Reste der Dominikaner- und Franziskanerklöster erzählen von der Zeit, als Wismar Handelsmacht war. Über 1.750 Vorder- und Giebelhäuser stehen unter Schutz. Bieg einfach irgendwo ab, die Chance auf eine schöne Fassade steht gut.
Die Altstadt funktioniert auch mit Kindern gut, weil die Wege kurz sind. Der Turmaufstieg in St. Georgen ist für die meisten das Highlight. Auf dem Markt gibt es genug Platz zum Toben, und die kurze Strecke zum Alten Hafen mit den Schiffen bringt jede Motivationskrise wieder in den Griff. Plane Pausen mit Eis ein; zwischen Markt und Hafen findest du mehrere Anlaufstellen.
Das schönste Licht liegt früh morgens auf dem Markt, wenn die Giebel noch lange Schatten werfen und der Platz leer ist. Am späten Nachmittag verschiebt sich die Bühne Richtung Hafen. Für einen ruhigen Abend: ein Spaziergang entlang der Grube, danach essen in einer der Gassen rund um den Markt.
Für einen entspannten Rundgang mit Kirchenbesuch und Kaffeepause solltest du drei bis vier Stunden einplanen. Wer alles sehen will, füllt problemlos einen ganzen Tag. Von Mai bis September ist die Altstadt am lebendigsten; im Frühjahr und Herbst ist es ruhiger und das Licht schöner. Im Dezember verwandelt sich der Markt in einen der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte an der Ostseeküste, mehr dazu im Guide zum Weihnachtsmarkt Wismar.
Die Altstadt ist weitgehend autoberuhigt. Stell den Wagen am besten am Rand ab und geh zu Fuß. Eine bewährte Route: Markt mit Wasserkunst, St. Nikolai, an der Grube entlang, St. Georgen mit Turmaufstieg, Marienkirchturm, Wassertor, Alter Hafen.
Unsere drei Ferienwohnungen in Wismar liegen in der Blüffelstraße 12, wenige Gehminuten vom Markt, vom Alten Hafen und vom Bahnhof: ebenerdig im Erdgeschoss, ruhig im 1. OG oder mit Hund im Dachgeschoss. Wer die Ostsee sehen will, fährt am nächsten Tag zur Insel Poel.
Wismars Altstadt ist keine Kulisse. Genau das macht sie aus. Zwischen dem größten Marktplatz Norddeutschlands, drei mächtigen Backsteinkirchen und 1.750 historischen Häusern brauchst du keine Attraktionen abzuarbeiten, es reicht, sich treiben zu lassen. Und wenn du am Abend müde vom Kopfsteinpflaster bist, ist der Weg zurück in dein Apartment kurz.
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